11.12. Nikko (2. Tag)

Am 2. Tag hatten wir ein frühes Frühstück, so gegen 7.30 Uhr, um schnell losfahren zu können.
Es war ja ein langes Wochenende und so "ganz Tokyo" auf Urlaub in Nikko und wir hatten nur von Horrorgeschichten gehört, dass Leute stundenlang im Stau standen, um überhaupt einen Parkplatz zu bekommen und dann noch stundenlang anstanden, um die Tempel und Schreine zu sehen.
Das wollten wir uns nicht antun und deswegen fuhren wir lieber früh los.
Das war auch die richtige Entscheidung. Wir bekamen einen guten Parkplatz und konnten entspannt die schönen alten Gebäude besichtigen und die Herbststimmung geniessen.
Man merkte aber, wie es stündlich in der Anlage voller wurde und dann, als wir Mittags weiterfuhren, sahen wir die Autoschlangen, die sich kilometerweit entlang der Strassen zu den Parkplätzen aufreihten. Puh.

Nun also kurz zu der Geschichte Nikkos.
Hier im Nordosten Tokyos wurde die Grablegung des ersten Tokugawa-Shogun Ieyasu vollzogen (1617). Ieyasu war einer der größten Shogune Japans. Er wählte Nikko dafür, um seinen Clan in Tokyo vor Bösen Geistern aus dieser Richtung zu schützen.
Es gab hier schon Tempel und Schreine, aber somit wurde dann noch ein ganz besonderer zu seiner Ehren errichtet.

Das erste Bild oben links ist der Rinno-ji, ein Tempel der Tendai-Schule des Buddhismus von 1200.

Dann ging es auf einer großen, von mächtigen Zedern gesäumten Allee (s. 2. Bild) weiter in Richtung Tosho-gu, dem Hauptschrein. Erst durch ein großes Stein-Torii (Tor zum Schrein) und dann noch Eines bis man auf dem ersten Schreinhof gelangt.
Dort stehen buntverzierte Gebäude, z.B. auch mit diesen interessanten Bildern von Tieren. Ist das rechts eine Art Elefant?
Hier gab es auch einen Stall für das heilige Pferd, welcher nicht buntbemalt war. Auf seiner Außenwand befindet sich aber das Schnitzwerk mit den drei berühmten Affen, die sich Mund, Ohren und Augen zuhalten. Sie sind das Urbild zahlreicher Nachschöpfungen dieses Symbols buddhistischer Tugenden: nichts Böses sprechen, nichts Böses hören, nichts Böses sehen!
Dieses Bild ist eingebettet in eine Reihe von Schnitzereien, die eine Geschichte erzählen.
Von dort kann man hinaufschauen zum berühmtesten Gebäude Nikkos, dem Yomei-mon (Traumtor).
Es ist überreich mit Figuren, Goldblatt, Farben und Formen verziert. Es wirkt einfach total überladen, aber das sollte auch der Sinn sein.
Das war eine Demonstration von Macht und wirklich sehr imponierend.
Wir waren total erstaunt.
Viele Shintoistische-Gläubige finden, dass zu pompös ist, wofür der Shintoismus eigentlich nicht steht und lehnen den Schrein deswegen ab.
Für uns als neutrale, war es aufjedenfall sehr schön anzuschauen.

Wir gingen dann noch zu anderen kleineren Tempeln und Schreinen in der
Nachbarschaft.
Unter anderem den Futarasan-jinja, der zu Ehren der Gottheit des Berges Nantai (2.484m) erbaut wurde.

Dann gab es auch eine kleine Rast mit heisser Amasake. Hmmm, lecker! Amazake, ist ein süßes Reisgetränk, das übrigbleibt, wenn Sake gebrannt wird!

Mittags machten wir uns dann also wieder davon aus dem Trubel, um zum Chuzenji-ko (See) hochzufahren.
Der See liegt auf 1.271m und hat eine berühmte Strasse in Japan, die sich in 50 atemberaubenden Haarnadelkurven hinaufwindet. Sie ist nämlich sehr beliebt bei Autofans, bei sogenannten Driftern, die um diese Kurven schlittern!!!
Zur Sicherheit wurden dort zwei solcher Strassen gebaut, die jeweils als Einbahnstrasse hinauf und hinunter führen und so werden Unfälle vermieden! Sehr praktisch.

Hier sahen wir dann in den Bergen auch wilde Berberaffen!!!

Als wir dann am See angekommen waren, war es immer noch tolles Sonnenwetter, alerdings wehte auch ein frischer Wind.
Wir hatten ein super leckeres Mittag mit Forellen aus dem See.

Danach machten wir einen Spaziergang entlang am See.
Es war ein herrliches Panorama und wir stellten fest, dass ein paar europäische Botschaften dort Sommerresidenzen unterhalten.
Belgien, Frankreich und Großbritannien sind dort vertreten.
Unser Ziel war aber die italienische Sommeresidenz, die mittlerweile nicht mehr genutzt wird, aber als Museum erhalten wird.
Wow, wie herrlich.
Da kann man sich wirklich gut vom Stress in Tokyo erholen.
Wirklich sehr schön.
Wir konnten uns dort auch gut aufwärmen und einen heissen Tee trinken, bevor die Sonne unterging und wir uns auf den Rückweg machten.

Zuhause in unserem Ryokan wartete schon ein heisses Bad auf uns !!!