Montag war SUMO-Time !!!
(wo ich ja gerade zuvor über nackte Männer berichtet hatte, geht es nun um halbnackte, leicht übergewichtige Männer!!!)
Zur Zeit findet in Tokyo (Ryogoku) ein großes Sumo Wrestling Turnier statt!
6-mal im Jahr gibt es diese Sumo-Turniere, wovon 3 in Tokyo und jeweils eins in Osaka, Nagoya und Kyushu stattfinden.
Das Turnier geht über 15 Tage und in den verschiedenen Ligen kämpft dann jeder gegen jeden einmal. Jeder Sumo Wrestler muss jeden Tag einmal kämpfen. Der Gewinner ist, wer am Häufigsten gewonnen hat. Gibt es da einen Gleichstand gibt es Entscheidungskämpfe.
Es ist ein große, wichtige Veranstaltung für die Japaner, da Sumo eine beliebte Sportart mit einer sehr langen Geschichte ist.
Es ist nicht einfach gute Karten, die dicht am Ring sind, zu bekommen und jeden Tag pilgern, um die 10.000 Zuschauer zur Kampfarena.
Da wollten wir natürlich auch unbedingt einen Tag hin. Wir bekamen gute Karten für eine 4er-Sitzbox und gingen mit 2 ehemaligen Arbeitskollegen von Naomi hin.
Ken, ein ehemaliger Boss von Naomi, ist ein begeisterter Sumo Fan, auch sein Sohn ist Sumo Wrestler, und so wollte er sehr früh dort sein, um alle Kämpfe zu sehen, denn er kannte viele der jungen Sumo Wrestler!
Wir hatten die Karten, also blieb uns keine Wahl, als auch früh hinzugehen. Früh hieß morgens 8.30 Uhr!
Wir waren also unter den ersten Zuschauern in der Arena.
Unglaublich. Man muss dazu wissen, dass morgens als erstes Sumo-Neulinge, die noch keinen Rang haben kämpfen. Danach kommen Jugendliche ab 16 Jahren, die sich in Sumo versuchen.
Die Leute von den teuren Plätzen direkt am Ring waren noch nicht da, also konnten wir dort erstmal ganz dicht am Ring sitzen und die Kämpfe anschauen.

Es war wirklich sehr interessant. Die Kämpfe folgten im wenigen Minutentakt aufeinander, also kam keine Langeweile auf. Es war verwunderlich, wie unterschiedlich die Kämpfer waren. Wie man auf dem Bild sehen kann, gab es auch sehr schlanke Sumo Wrestler, die gegen sehr schwere Gegener nur mit viel Geschick und Taktik überhaupt eine Chance hatten oder sonst leicht aus dem Ring
geschubst wurden. Das Ziel der Kampfes ist es nämlich den Gegner entweder aus dem Ring zu schubsen oder, dass irgendein Körperteil des Gegeners, außer den Füssen, den Boden berührt, dann ist der Kampf vorbei. Die Kämpfe dauern also in der Regel nur wenige Sekunden.
Alles geht sehr schnell.
Es folgen also die niedrigsten Ränge der Juniorenkämpfe und es geht stetig weiter zu den höheren Ligen.
Übrigens, das war unser Platz. Noch war alles leer! ------------->
Das Gewicht der Sumo Wrestler nimmt zu und man hat immer mehr den Geruch von Babypuder in der Nase. Das kommt allerdings von dem Haargel. An der Haarfrisur kann man nämlich schon erkennen, welchen Rang der Sumo Wrestler hat. Sie haben diese besonderen Haarfrisuren und damit das auch richtig sitzt brauchen sie viel Haargel!
In der Zwischenzeit war es Mittag und wir hatten unsere Bentobox (Lunchbox) auch schon gegessen und immer noch Hunger, da gab es eine besondere Sumo-Spezialität, Chanko.
Chanko ist eigentlich gar nichst so besonderes, es ist eine Gemüsesuppe mit verschiedenen Fleischsorten.
Diese ist aber sehr beliebt, da sich die Sumo Wrestler hauptsächlich davon ernähren!
Die Essen also nicht den ganzen Tag nur Hamburger und Chips, sondern eigentlich etwas sehr gesundes, Gemüsesuppe!
Die Sumo Wrestler sind nämlich nicht nur fett, sondern sie trainieren wirklich sehr hart und haben so auch sehr viel Muskeln und brauchen so auch gesundes Essen!
Wow, mit Gemüsesuppe kann man 150kg oder mehr schwer werden!!!
Krass!
Mittlerweile war dann auch Junko, unsere 4. Person, gekommen.
Wir machten uns noch etwas breit, um unsere kleine Sitzbox herum, so lange die Leute von dort noch nicht da waren, denn ansonsten war es wirklich eng.
Wie ihr sehen könnt, hatte man nur 4 quadratische Sitzkissen und das war es an Platz.
Man musste sich also wirklich quetschen mit seinen Taschen und Snacks und Getränken ...
Gegen 16 Uhr wurde es dann erst richtig spannend.
Nun wurden die besten Sumo Wrestler vorgestellt.
Sie werden per Namen vorgestellt und reihen sich im Ring auf.
Sie tragen teure, bunt-fazierte Schürzen von ihren Sponsoren.
Es ist ein großer Showact, gehört aber auch zu einem alten Ritual.
Es gibt zur Zeit zwei Sumo Wrestler, die den höchsten Sumo Rang haben, Yokozuna, diese bekommen noch die Ehre einer besonderen Vorstellung.

Nun gingen also erst die Hauptkämpfe los.
Ein Kampfablauf hat ein festes Ritual, welches eingehalten werden muss. Es beinhaltet mehrfaches verbeugen und Respekt zeigen gegenüber dem Gegner und den Schiedsrichtern.
Dann wird vorher der Mund mit Wasser gespült, um sich selbst zu reinigen, welches von dem Sieger des vorherigen Kampfes oder einem der Kämpfer des folgenden Kampfes gereicht wird. Dann wird Salz in den Ring geworfen, um den Ring zu reinigen, da er ein heiliger Bereich ist.
Genauso wird mit den Beinen auf den Boden gestampft, um die bösen Geister zu vertreiben.
Somit hat alles einen religiösen Hintergrund.
Die Kämpfe gehen los.
Nun ist es leider so, dass nicht mehr japanische Sumo Wrestler die Hauptrolle beim Sumo spielen. Es gibt Probleme Nachwuchs zu finden und so gibt es mehr und mehr ausländische Sumo Wrestler.
In der Mongolei zum Beispiel ist Sumo auch sehr populär und so sind leider auch die beiden stärksten Sumo Wrestler aus der Mongolei! Es sind dann noch Koreaner, Esten, Georgier, viele Osteuropäer und normalerweise auch Russen vertreten. Die Russen haben aber gerade einen großen Skandal auszubaden, da ein russischer Sumo Wrestler mit Haschisch erwischt worden ist und das eine große Schande für den antiken Sumosport darstellt. Somit waren diese nicht vertreten.
Unser Favorit ist aber Kotooshu, ein Bulgare, der den 2. höchsten Sumo Rang hat, Ozeki!
Er ist zur Zeit aber nicht so gut drauf und musste gegen einen mächtigen Georgier kämpfen, was er glatt verlor.
Sehr schade.Er ist mit 202 cm der Größte und überragte die meisten anderen locker um 20 cm, aber Größe ist nicht alles!
Die Kämpfe der Besten sind dann die letzten Kämpfe.
Natürlich haben diese die Hauptaufmerksamkeit und so gibt es vor diesen Kämpfen extra Werbungsrunden am Ring. Die Sponsoren sollen 60.000 Yen pro Fahne bezahlen und bei den Besten können es schon mal locker um die 15 Fahnen sein. Dieses Geld bekommt der Gewinner des Kampfes als Bonus, was dann ein nettes Extra von 900.000 Yen (ca. 6.000€) sein kann!
Um 18 Uhr ist dann das ganze Spektakel vorbei gewesen!
Puh, ein langer Tag in der Arena!
20.09. Sumo in der Kokugikan Arena (in Ryogoku, Tokyo)
vom 5:14:00 PM
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