30.09. Shibuya, Meiji-Jingu

Letzten Sonntag waren wir in Shibuya.
Shibuya ist ein sehr, sehr beliebtes Einkaufsviertel für junge Leute. Im nahen Harajuku ist es noch verrückter, wo junge Leute in total verrückter Kleidung auf der Straße laufen, davon habe ich allerdings leider noch keine Bilder.
Wir waren nun also hauptsächlich in Shibuya, wo es wohl die berühmeste 4-Wege-Kreuzung der Welt gibt.
Es ist einfach unglaublich, wie die Menschenmassen bei "grün" für die Fussgänger über die Kreuzung schwemmen, als wenn gerade ein Fussballspiel zu Ende ist. Gigantisch!









Natürlich gibt es große TV-Screens oder Plakate mit Werbung, Werbung, Werbung!
Auch viele Hollywoodstars haben Sonderverträge für Werbung in Japan.
So sieht man z.B. zur Zeit Cameron Diaz und Tommy Lee Jones überall.

Dann gibt es noch an dieser Kreuzung, wo auch noch genau die Bahnstation ist, einen berühmten Treffpunkt.
Es ist die Hachiko-Statue, eine Statue von einem kleinen Akita-Hund!
Die Geschichte dazu erzähle ich jetzt nicht, die ist nicht "so" spektakulär!
Shibuya ist also eine der belebtesten Gegenden Tokios!

Man kann sehr gut Leute-schauen machen und so die neueste Mode abchecken!
Wie ihr seht, selbst bei mehr als 20°C sind Pudelmütze und Stiefel bei Minirock angesagt !!!
Oder auch sehr beliebt sind Leggings unter einem Rock!!! ?????????

Wir gingen dann weiter zum Yoyogi Park.
Auf dem Weg dorthin kamen wir über großes Indien-Festival!

Der Park ist aber bekannt dafür, dass am Sonntag sich viele Musikgruppen dort treffen und ihre Anlagen, Verstärker, Schlagzeuge aufbauen und performen!
Es reihen sich 20 oder mehr Bands aneinander, die miteinander konkurrieren und ihre Fanartikel oder CD's verkaufen wollen und auch schon ihre Groupies haben!

An den Yoyogi Park reiht sich dann auch der Meiji-Jingu an!
Wohl der größte und schönste Schrein in Tokio!
Er wird oft für Hochzeitszeremonien genutzt und wir hatten auch das Glück mehrere solcher zu sehen!
Wow, das traditionell gekleidete Brautpaar mit den Mönchen und der ganzen Hochzeitsgesellschaft flanierte über den Schreinvorplatz
oder posierte dort für die Hochzeitsfotos.
Natürlich machten auch die vielen Touristen eifrig von ihnen Fotos!
Ja, es waren dort wirklich viele Touristen!
Naomi erzählte mir, dass es ein Sonntag gewesen sein muss, der eine Glückszahl hatte, denn es gibt gute und schlechte Sonntage und Hochzeiten werden natürlich nur an guten Sonntagen zelebriert!

Hmmm, also mal wieder etwas Neues von Tokio und Japan gesehen!

29.09. Pachinko und Love-Hotels

Nun möchte ich über zwei Zeitvertreibe für Japaner berichten.

Als erstes Pachinko.
Pachinko ist ein super verrücktes Glücksspiel.
An jeder Ecke gibt es diese riesigen Pachinko-Spielhallen, die leicht durch die große Leuchtreklame oder Werbeposter, wie dieses mit dem Mädchen und den großen Kulleraugen, zu erkennen sind.
Nur so nebenbei, aber Japaner stehen auf diese Kulleraugen, deswegen sind Manga-Comics auch so beliebt.
Bei Pachinko geht es darum, in einem Automaten, der wie verrückt blinkt, Eisenkugeln, die wild durch ein Labyrinth von oben nach unten fallen, in bestimmte Löcher in einer bestimmten Reihenfolge fallen zu lassen, damit man noch mehr Kugeln bekommt.
Man hat eigentlich fast keinen Einfluss auf das Spiel!
Man spielt so quasi ein Computerspiel auf einem kleinen Display, wovon es unendlich viele verschiedene Spiele/Geschichten gibt! Ob nun über Mädchen mit Kulleraugen oder TV-Serien...
Es ist ein Ohrenbetäubender Lärm und super verraucht in diesen Hallen, aber viele Leute sitzen dort jeden Tag von morgens bis abends und finden das entspannend.
Das total lächerliche ist dann auch noch, dass man eigentlich kein Geld gewinnt, das ist gegen das Gesetz, sondern die Kugeln, die man gewonnen hat, dann gegen Zigaretten oder irgendwelche anderen Güter eintauscht.
Häh? Nun gewinnen aber manche kistenweise Kugeln, die sie dann gegen Wertmarken eintauschen können und dann außerhalb der Spielhalle an einem Schalter gegen Geld eintauschen können. Diese kleinen Läden verkaufen dann diese Wertmarken wieder zurück an die Spielhalle!
Das ist ein gigantisches Business, was damit gemacht wird!

Dann gibt es auch in jeder Stadt die sogenannten Love-Hotels!
Es sind Hotels, die von außen wie Schlösser, Burgen, Europäische Villen oder Pyramiden oder ähnlichem, aufgemacht sind.
Die Zimmer sind dann auch nach verschiedenen Themen eingerichtet. Ob man sich nun im Orient oder in Ägypten am Strand oder im Wasser fühlen will. Der Kreativität ist da keinen Grenzen gesetzt.
Man kann sich dort also ein Zimmer für ein paar Stunden mieten, um in getrauter Zweisamkeit zu sein.
Es ist auch total anonym aufgemacht. Es gibt keine richtige Rezeption. Im Foyer gibt es eine Tafel mit allen Zimmern, dann wählt man eines aus und bekommt den Schlüssel aus einem Automaten. Wenn man dann das Zimmer nach ein paar Stunden wieder verlassen will, muss man die Rezeption anrufen, die dann die Tür elektronisch öffnet.
Man ist quasi eingeschlossen. Damit wird sichergestellt, dass man auch wirklich bezahlt.
Dann muss man an der Rezeption bezahlen, allerdings hat man da auch keinen Sichtkontakt, sondern nur eine Öffnung, wo das Geld hin und her geschoben wird.
Nun fragt ihr euch sicherlich, was das soll?
Tja, Japan ist ein sehr kleines Land mit wenig Platz aber vielen Menschen. Die Wohnungen sind also auch sehr klein. Außerdem sind die Leute sehr konversativ.
Möchte man also mal mit seiner Freundin alleine sein, dann kann man sie nicht einfach mit nach Hause bringen und ein paar Stunden mit ihr alleine im Zimmer verbringen oder gar über Nacht bleiben, das wird nicht aktzeptiert.
Dafür gibt es dann also die Love-Hotels!

20.09. Sumo in der Kokugikan Arena (in Ryogoku, Tokyo)

Montag war SUMO-Time !!!
(wo ich ja gerade zuvor über nackte Männer berichtet hatte, geht es nun um halbnackte, leicht übergewichtige Männer!!!)

Zur Zeit findet in Tokyo (Ryogoku) ein großes Sumo Wrestling Turnier statt!
6-mal im Jahr gibt es diese Sumo-Turniere, wovon 3 in Tokyo und jeweils eins in Osaka, Nagoya und Kyushu stattfinden.
Das Turnier geht über 15 Tage und in den verschiedenen Ligen kämpft dann jeder gegen jeden einmal. Jeder Sumo Wrestler muss jeden Tag einmal kämpfen. Der Gewinner ist, wer am Häufigsten gewonnen hat. Gibt es da einen Gleichstand gibt es Entscheidungskämpfe.
Es ist ein große, wichtige Veranstaltung für die Japaner, da Sumo eine beliebte Sportart mit einer sehr langen Geschichte ist.
Es ist nicht einfach gute Karten, die dicht am Ring sind, zu bekommen und jeden Tag pilgern, um die 10.000 Zuschauer zur Kampfarena.
Da wollten wir natürlich auch unbedingt einen Tag hin. Wir bekamen gute Karten für eine 4er-Sitzbox und gingen mit 2 ehemaligen Arbeitskollegen von Naomi hin.
Ken, ein ehemaliger Boss von Naomi, ist ein begeisterter Sumo Fan, auch sein Sohn ist Sumo Wrestler, und so wollte er sehr früh dort sein, um alle Kämpfe zu sehen, denn er kannte viele der jungen Sumo Wrestler!
Wir hatten die Karten, also blieb uns keine Wahl, als auch früh hinzugehen. Früh hieß morgens 8.30 Uhr!
Wir waren also unter den ersten Zuschauern in der Arena.
Unglaublich. Man muss dazu wissen, dass morgens als erstes Sumo-Neulinge, die noch keinen Rang haben kämpfen. Danach kommen Jugendliche ab 16 Jahren, die sich in Sumo versuchen.
Die Leute von den teuren Plätzen direkt am Ring waren noch nicht da, also konnten wir dort erstmal ganz dicht am Ring sitzen und die Kämpfe anschauen.
Es war wirklich sehr interessant. Die Kämpfe folgten im wenigen Minutentakt aufeinander, also kam keine Langeweile auf. Es war verwunderlich, wie unterschiedlich die Kämpfer waren. Wie man auf dem Bild sehen kann, gab es auch sehr schlanke Sumo Wrestler, die gegen sehr schwere Gegener nur mit viel Geschick und Taktik überhaupt eine Chance hatten oder sonst leicht aus dem Ring geschubst wurden. Das Ziel der Kampfes ist es nämlich den Gegner entweder aus dem Ring zu schubsen oder, dass irgendein Körperteil des Gegeners, außer den Füssen, den Boden berührt, dann ist der Kampf vorbei. Die Kämpfe dauern also in der Regel nur wenige Sekunden.
Alles geht sehr schnell.
Es folgen also die niedrigsten Ränge der Juniorenkämpfe und es geht stetig weiter zu den höheren Ligen.
Übrigens, das war unser Platz. Noch war alles leer! ------------->
Das Gewicht der Sumo Wrestler nimmt zu und man hat immer mehr den Geruch von Babypuder in der Nase. Das kommt allerdings von dem Haargel. An der Haarfrisur kann man nämlich schon erkennen, welchen Rang der Sumo Wrestler hat. Sie haben diese besonderen Haarfrisuren und damit das auch richtig sitzt brauchen sie viel Haargel!

In der Zwischenzeit war es Mittag und wir hatten unsere Bentobox (Lunchbox) auch schon gegessen und immer noch Hunger, da gab es eine besondere Sumo-Spezialität, Chanko.
Chanko ist eigentlich gar nichst so besonderes, es ist eine Gemüsesuppe mit verschiedenen Fleischsorten.
Diese ist aber sehr beliebt, da sich die Sumo Wrestler hauptsächlich davon ernähren!
Die Essen also nicht den ganzen Tag nur Hamburger und Chips, sondern eigentlich etwas sehr gesundes, Gemüsesuppe!
Die Sumo Wrestler sind nämlich nicht nur fett, sondern sie trainieren wirklich sehr hart und haben so auch sehr viel Muskeln und brauchen so auch gesundes Essen!
Wow, mit Gemüsesuppe kann man 150kg oder mehr schwer werden!!!
Krass!
Mittlerweile war dann auch Junko, unsere 4. Person, gekommen.
Wir machten uns noch etwas breit, um unsere kleine Sitzbox herum, so lange die Leute von dort noch nicht da waren, denn ansonsten war es wirklich eng.
Wie ihr sehen könnt, hatte man nur 4 quadratische Sitzkissen und das war es an Platz.
Man musste sich also wirklich quetschen mit seinen Taschen und Snacks und Getränken ...
Gegen 16 Uhr wurde es dann erst richtig spannend.
Nun wurden die besten Sumo Wrestler vorgestellt.
Sie werden per Namen vorgestellt und reihen sich im Ring auf.
Sie tragen teure, bunt-fazierte Schürzen von ihren Sponsoren.
Es ist ein großer Showact, gehört aber auch zu einem alten Ritual.
Es gibt zur Zeit zwei Sumo Wrestler, die den höchsten Sumo Rang haben, Yokozuna, diese bekommen noch die Ehre einer besonderen Vorstellung.

Nun gingen also erst die Hauptkämpfe los.
Ein Kampfablauf hat ein festes Ritual, welches eingehalten werden muss. Es beinhaltet mehrfaches verbeugen und Respekt zeigen gegenüber dem Gegner und den Schiedsrichtern.
Dann wird vorher der Mund mit Wasser gespült, um sich selbst zu reinigen, welches von dem Sieger des vorherigen Kampfes oder einem der Kämpfer des folgenden Kampfes gereicht wird. Dann wird Salz in den Ring geworfen, um den Ring zu reinigen, da er ein heiliger Bereich ist.
Genauso wird mit den Beinen auf den Boden gestampft, um die bösen Geister zu vertreiben.
Somit hat alles einen religiösen Hintergrund.

Die Kämpfe gehen los.
Nun ist es leider so, dass nicht mehr japanische Sumo Wrestler die Hauptrolle beim Sumo spielen. Es gibt Probleme Nachwuchs zu finden und so gibt es mehr und mehr ausländische Sumo Wrestler.
In der Mongolei zum Beispiel ist Sumo auch sehr populär und so sind leider auch die beiden stärksten Sumo Wrestler aus der Mongolei! Es sind dann noch Koreaner, Esten, Georgier, viele Osteuropäer und normalerweise auch Russen vertreten. Die Russen haben aber gerade einen großen Skandal auszubaden, da ein russischer Sumo Wrestler mit Haschisch erwischt worden ist und das eine große Schande für den antiken Sumosport darstellt. Somit waren diese nicht vertreten.

Unser Favorit ist aber Kotooshu, ein Bulgare, der den 2. höchsten Sumo Rang hat, Ozeki!
Er ist zur Zeit aber nicht so gut drauf und musste gegen einen mächtigen Georgier kämpfen, was er glatt verlor.
Sehr schade.Er ist mit 202 cm der Größte und überragte die meisten anderen locker um 20 cm, aber Größe ist nicht alles!

Die Kämpfe der Besten sind dann die letzten Kämpfe.
Natürlich haben diese die Hauptaufmerksamkeit und so gibt es vor diesen Kämpfen extra Werbungsrunden am Ring. Die Sponsoren sollen 60.000 Yen pro Fahne bezahlen und bei den Besten können es schon mal locker um die 15 Fahnen sein. Dieses Geld bekommt der Gewinner des Kampfes als Bonus, was dann ein nettes Extra von 900.000 Yen (ca. 6.000€) sein kann!

Um 18 Uhr ist dann das ganze Spektakel vorbei gewesen!
Puh, ein langer Tag in der Arena!

16.09. Ausruhen und Achterbahn

Nachdem wir uns etwas ausgeruht hatten, sind wir dann zu unserem Minshuku (Pension) gefahren, um uns richtig auszuruhen, zu duschen und eine heisses Bad zu nehmen.
Es war wunderbar in dem heissen Bad des Hauses die Muskeln zu entspannen! Wie man sehen kann, ist immer die Duschgelegenheit gleich neben dem Pool. Traditionellerweise setzt man sich auf den kleinen Schemel und duscht sich erstmal gründlich ab. Haarshampoo und Seife wird gestellt und man muss sich gründlich waschen, bevor man in das heisse Wasser steigt.
Männer und Frauen sind dabei natürlich getrennt, aber es ist trotzdem ein komisches Gefühl mit anderen nackten Männern zu duschen und zu baden.
Das ist aber in Japan total normal!
Oft gibt es Pools draußen im Garten oder aber mindestens ein großes Panoramafenster, so dass man dann die Natur genießen und sich voll entspannen kann!
Wir zogen einen Yukata (dünnen Baumwollmäntel) an, um dann so zum Abendessen zu gehen!
Es wurde wieder traditionelles Essen aufgetischt.
Sashimi (rohen Fisch), frittiertes Gemüse, verschiedene Gemüsearten, Fleisch wurde gebraten, Misosuppe, Reis, Früchte!
Sehr lecker!
Den nächsten Tag nutzten wir dann, um in einen Vergnügungspark zu gehen,
dem Fuji-Q Highland!!!!
Ich bin ja nicht so der große Fan, aber es hat richtig Spaß gemacht.
Vorallem der "Eejanaika" war unglaublich toll.
Natürlich ist auch der "Fujiyama" einer der Hauptattraktionen!
Wahooooooo!!!!!

13.09. On Top of Mt. Fuji (Fuji-san)

Wir waren also um 5 Uhr auf dem unteren Gipfel (3.756m) und von hier aus wollten wir, wie viele hundert andere Leute auch, den Sonnenaufgang bewundern. Es war richtig kalt, vielleicht 5° und wir waren froh unsere dicken Pullis und Jacken mitgenommen zu haben. Es gibt dort auch Hütten, die aber leider schon geschlossen waren, da ja die Hauptsaison vorbei war, wo man sonst etwas warmes zu essen oder trinken hätte kaufen können.
Wir waren aber glücklich, dass wir den Sonnenaufgang sehen konnten, es nur ein paar Wolken am Himmel gab und keinen Regen! Es war ein traumhafter Sonnenaufgang und man hörte nur die Jubelschreie oder das Applaudieren dazu!
Ach, dafür hat sich die Nachtaktion wirklich gelohnt. Kurz nach Sonnenaufgang gingen dann viele dieser Busgruppen gleich wieder direkt runter. Jaja, Japaner haben immer ein straffes Programm und nicht so viel Zeit zum genießen.
Nach einer Stärkung guckten wir uns aber den Vulkankegel genauer an.
Der Mt. Fuji ist ja ein aktiver Vulkan, okay der letzte große Ausbruch war 1707, aber trotzdem irgendwo im Inneren brodelt es noch. Schnee gibt es im Sommer auch nicht mehr richtig zu sehen. Ein paar schwarze, schmutzige Schneefelder vielleicht noch, das ist es, was übrig geblieben ist.
Der Gipfel besteht also aus einem Kraterrand, der an einer Stelle am höchsten ist, was dann der Hauptgipfel ist.
Wir wurden nun zwar auch etwas mehr müde, wir hatten ja schliesslich kaum geschlafen, es war sehr kalt und wir sind 5 Stunden gewandert, aber wir wollten natürlich auch dorthin.
Dazu mussten wir aber erstmal noch den Grat halb umrunden. Auf dem Weg dorthin hatten wir das Glück, dass wir den Schatten vom gesamten Berg sehen konnten.
Wow, was für ein seltener Anblick!!!

Der Gipfel an sich ist dann aber super enttäuschend.
Die Japaner fanden den Punkt so markant, dass sie gleich eine riesige Raumstation-ähnliche Wetterstation darauf gebaut haben!
Echt hässlich.
Zumindest gibt es einen schönen Gipfelstein!!!
Yeah, um 6.30 Uhr standen wir dann endlich auf dem richtigen Gipfel !!!!
Wir waren so Stolz!!!

Zum Abstieg umrundeten wir den Rest des Kraters zurück zu unserem Aufstiegspunkt. Wir kamen an der höchsten Poststelle Japans vorbei, die aber auch leider schon geschlossen war und nicht erkennbar war.Die Sonne war nun über den Wolken und es wurde warm.
Nach einem weiteren Snack ging es nun bergab.
Allerdings nicht den selben Weg den wir aufgestiegen sind.
Es gibt nämlich eine Aufstiegs- und eine Abstiegsroute.
Somit kommt man sich nicht ins Gehege.
Nun sahen wir erst richtig, wie der Berg und die Landschaft aussieht. Eine karge Vulkanlandschaft ohne viel Vegetation. Staubig und schwarz.
In großen Schritten läuft man dann fast den Berg hinunter und nach 2,5 kraftraubenden Stunden, waren wir schon wieder unten beim Parkplatz!
Cool, cool, coooool, was für ein tolles Erlebnis.
Eindeutig eines meiner Top-Drei-Erlebnisse in Japan!!!

Als erstes aßen wir ein Softeis und machten dann erstmal Nickerchen im Auto.

Das sind also die vielversprechenden Sauerstoffflaschen!!!

Außerdem gibt es so tolle Wanderstöcke mit Japanfahne oder Kuhglocke zu kaufen. Normalerweise kann man sich dann bei jeder Station einen Stempel in das Holz Brandmarken lassen und natürlich auch auf dem Gipfel, aber da viele Stationen geschlossen waren und auf dem Gipfel sowieso alles, war es nicht schlimm, das wir keinen gekauft hatten, denn die wichtigsten Stempel hätten wir eh nicht bekommen.
Somit war es egal und wir brauchten keinen Stock.

Ich gönnte mir aber ein T-Shirt mit dem Satz:
"Auch wenn gesagt wird, wer Mt. Fuji einmal besteigt ist dumm und wer es ein zweites mal tut ist noch dümmer, man lebt nur einmal, also warum versuchen wir es nicht?!!!"

13.09. Aufstieg zum Mt. Fuji

Also, am Freitag den 05. September war es soweit, wir machten uns abends nach der Arbeit bzw. Schule auf zum Mt. Fuji, dem höchsten Berg Japans (3.776m)!
Ein spannendes Abenteuer sollte beginnen!
Wir liehen uns das Auto von Naomis Onkel aus und fuhren um 20 Uhr nach einer Schüssel Ramen (Nudelsuppe) los. Zum Glück war nichts von großen Staus auf den Straßen zu sehen und wir kamen gut durch. Auch als wir am Berg ankamen war nicht so viel los, was uns etwas überraschte.
Okay, die Hauptsaison ist im Juli und August, wo der Berg von Hunderttausenden bestiegen wird und es dort echt verrückt zugehen muss, aber es war jetzt nur das erste Wochenende im September... Naja, das kam uns nur entgegen, denn wir wollten den großen Menschenmengen aus dem Wege gehen. Der Nachteil der Nebensaison ist, dass nicht mehr alle Hütten am Berg geöffnet sind und auch der Busservice nicht mehr so regelmäßig verkehrt bevor er dann ganz eingestellt wird, aber das sollte uns nicht stören.
Der Berg ist in 10 Stationen unterteilt, wobei die 1. auf ca. 1.150m liegt und die 10. auf dem Giplelgrat selber liegt.
Nun hört sich ein Berg von 3.776m Höhe sehr hoch an, aber wenn man ihn, wie es die Japaner tun und wir es auch taten, ihn von der 5. Station aus besteigt, dann ist es kein Ding der Unmöglichkeit mehr. Es gibt außerdem um den Berg herum 4 solcher 5. Stationen, so verteilen sich die Menschen ein wenig.
Wir fuhren also bis zur 5. Station von Kawaguchi-ko, die schon 2.305m hoch ist, wo es einen großen Parkplatz gibt, Busse halten und viele Souvenirshops, Restaurants und kleine Supermärkte sind. Wir kamen so gegen 22.30 Uhr dort an, wollten aber erst um 5.20 Uhr zum Sonnenaufgang auf dem Gipfel sein, also die Nacht durch aufsteigen. Es war es aber noch zu früh, um loszugehen, denn wir planten maximal 5 Stunden bis zum Gipfelgrat. So versuchten wir etwas im Auto zu schlafen.
Natürlich war trotzdem ein kommen und gehen auf dem Parkplatz und wir machten uns dann auch bald Startklar. Wir gingen noch kurz zu einem Schrein und baten den dortigen Gott oder auch "meinen" Gott, um eine sichere Wanderung und um 0.30 Uhr gingen wir los.
Wir hatten unsere Stirnlampen, die wir zur Kilimanjarobesteigung letztes Jahr gekauft hatten, um den Weg sehen zu können, denn es war ja stockfinster. Man sah vereinzelt Lichtpunkte von anderen Bergsteigern am Berg, wir waren also nicht alleine unterwegs, das gab uns Sicherheit.
Es war eine milde Nacht, fast Sternenklar, und wir waren guter Dinge und nicht zu müde.
Bis zur 6. Station (2.390m) ging es nur leicht bergauf und wir waren locker in einer halben Stunde dort.
Dort gab es eine Hütte und Toiletten und große Lichtstrahler, die die Hütte anpriesen.
Von dort an ging es dann richtig los. Es ging steil im Zickzack den Berg hinauf. Der Weg wurde gerade super erneuert, dadurch war es leicht die Geröllstufen zu gehen.
Bei der 7. Station (2.700m) waren wir noch vor 2 Uhr. Es war kein Problem und wir überholten nach und nach die ersten Leute.
Von dort an gab es sehr viele Hütten am Weg. Bis zur 8. Station, was ein weiter Weg war, waren es bestimmt mehr als 10 Hütten.
Die Hütten bieten unter anderem Schlafplätze für ca. 35€ an, wofür man, wie Sardinen, in einen Raum gequetscht wird. Viele Japaner schlafen dort ein paar Stunden, damit die Besteigung nicht so anstrengend ist oder es überhaupt möglich ist, den Gipfel zu erklimmen und vorallem zum Sonnenaufgang dort zu sein. Außerdem werden Getränke und Snacks angeboten oder man kann sich einfach zum ausruhen oder aufwärmen hineinsetzen, aber auch dafür muss man bezahlen. Alle sind super beleuchtet, schon alleine durch die Generatoren sehr laut und haben Toiletten.
Wir haben nur bei manchen draußen auf der Bank Pause gemacht und sind dann bald weitergegangen.
Die 3000m-Marke passierten wir gegen 2.40 Uhr und bei der 8. Station (3.020m), einer der vielen sogenannten "8." Stationen, waren wir noch vor 3 Uhr!
Wir gingen gut unser Tempo, was für die anderen Japaner sehr schnell war. Konnten gut mit unseren Stirnlampen sehen und hatten kein Problem mit der Höhe.
Es ist unglaublich, aber es wird überall Sauestoff in Flaschen angeboten. Es wird gesagt, dass es ein Muss für die Besteigung des Mt. Fuji ist, "Ohne geht es nicht!!!"!!! 7 Euro für 10 Minuten künstlichen Sauerstoff. Hahahaha, ob das etwas bringt?
Somit sahen und hörten wir überall, wie Leute diesen Sauerstoff inhalierten und trotzdem mit der Höhe kämpften. Lustig, lustig.
Auf 3.250m waren wir dann um 3.30 Uhr. Wir waren gut in der Zeit.
Ab dem "Fujisan Hotel" (3.360m, s. Bild) wurde es dann richtig voll. Wir waren dort so gegen 4 Uhr. Viele Leute machten dort Pause und aßen warme Nudelsuppe oder tranken heissen Tee.
Es kam nämlich Wind auf und es wurde etwas frisch.
Als wir nun Richtung Gipfelgrat guckten sahen wir eine Lichterkette von Lampen den Berg hinauf schaukeln.
Es waren mehrere große Busgruppen von 50 Leuten unterwegs und der Weg wurde steiler und schmaler. Schnell kamen wir an das Ende der ersten Gruppe. Die Schlange reihte sich nun aneinander bis zum Gipfelgrat. Unglaublich, wir hatten einen echten Stau! Die Japaner sind sehr geduldig und warteten hintereinander bis es weiterging. Keiner überholte oder versuchte abzukürzen. Ich konnte es nicht fassen. Mir ging das natürlich viel zu langsam und ich wollte nicht warten. Wir wollten ja schliesslich zum Sonnenaufgang oben sein, aber in diesem Tempo würden wir es nicht schaffen. So waren wir die "bad guys" und überholten, wo wir nur konnten.
Langsam wurde es heller am Horizont, aber die Sonne kam noch nicht hervor.
Nachdem wir zwischendurch die 9. Station passiert hatten, kamen wir endlich, um 5 Uhr, durch das torii, was den heiligen Eingang zu einem Schrein, oder hier zum Gipfelbereich, markiert, das mit Löwen flankiert ist!
Wir waren auf dem unteren Gipfel (3.756m).
Yeah, wir hatten es geschafft und waren auch nicht zu früh, den es war bitter, bitter kalt geworden.